8. Tag: Rovereto (I) nach Riva (I)

1. Teilabschnitt: Rovereto (10.00 Uhr) - Malga Somator (11.28 Uhr)
So die Arbeit ist getan, heute steht nur noch ein kleiner Buckel mit insgesamt 1497 Höhenmeter und eine Gesamtstrecke von 43,49 Kilometer vor uns.

Der erste Berg ist trotzdem nicht einfach zu fahren. Vor allem im oberen Bereich ist die Teerstraße derart steil, daß man des öfteren daran denkt ein Stückchen zu schieben. (Was auch viele taten.) Ich war oben an der Verpflegungsstelle bei der Malga Somator stolz, ohne Unterbrechung den Berg gemeistert zu haben. Im oberen Bereich ist eine durchschnittliche Steigung von 16% vorhanden, die steilsten Stücke hatten eine Steigung von 35%

2. Teilabschnitt: Malga Somator (11.29 Uhr) - Einmündung Marathonstrecke (12.10 Uhr)
Nochmals 40 recht harte Minuten. Nach einer schönen Abfahrt ging es auf einmal rechts vom Weg in ein betoniertes Teilstück hinein. Obwohl der Untergrund betoniert war denke ich, daß keiner der Teilnehmer hier gefahren ist. Mein Tacho errechnete eine Steigung von 40%! Anschließemd folgte ein schöner Singletrail nach Pannone. Ab Pannone wurde es nochmals heftig. Auf einem sehr schlecht zu fahrendem Weg, der auch zum Teil fast zugewachsen war, ging es recht steil nach oben.

3. Teilabschnitt: Einmündung Marathonstrecke (12.10 Uhr) - Bolgnano (12.27 Uhr)
Für alle die, die dieses Jahr beim Bikefestival am Gardasee den Marathon mitgefahren sind dürfte dieses Teilstück bekannt sein. Es ist identisch mit der Abfahrt nach der ersten Schleife.

Für alle, die den Marathon nicht gefahren sind:

Der obere Bereich führt über einige Kehren auf einem schön fahrbaren Singletrail Kehre für Kehre nach unten. Lediglich das Überholen bereitete mir einige Schwierigkeiten, da ein großer Pulk vor mir war. Vor jeder Kehre ließen sich aber 1 bis 2 Fahrer innen in der Kehre ausbremsen, so daß ich bald freie Fahrt hatte.

Nach dem Singletrail wird der Weg immer breiter und es folgt ein extrem grobschottriger, über Steinstufen und rauhen Felsplatten führender Weg.

4. Teilabschnitt: Bolgnano (12.27 Uhr) - Riva (12.54 Uhr)
Auf den letzten Kilometern hatte man wirklich ein erhebendes Gefühl im Bauch. In Gedanken ging man nochmals die letzten 8 Etappen gedanklich durch. Der Start vor einer Woche in Mittenwald schien eine Ewigkeit zurückzuliegen. Man registrierte garnicht die große Mülldeponie, auf der wohl alle Gemeinden nördlich des Gardasee's ihren Müll entsorgen. Für mich war hier schon klar, im Jahr 2000 muß ich unbedingt wieder dabei sein!

Kurz vor Torbole kam dann noch ein recht kniffliges Teilstück. Ungefähr 1.5 Kilometer vor Torbole verlies die Strecke den grobschottrigen Weg nach rechts ins Gebüsch. Eigentlich war da garkein Weg zu sehen. Nachdem wir uns aber durch die ersten Büsche geschlagen hatten, war doch ein schmaler Trail zu erkennen. Der hatte nur einen kleinen Schönheitsfehler, die Breite von maximal einem halben Meter würde mich ja nicht stören. Der etwa 2 Meter hohe verrostete Stacheldrahtzaun neben dem Weg allerdings schon. Also blieb so kurz vor dem Ziel nichts anderes überig als das Bike zu schieben. Mit dem hatten wir auch nicht mehr gerechnet. Aber es kam noch besser. Mitten im Gelände hörte der Weg auf und wir mußten über eine etwa 2 Meter hohe Felsstufe nach unten auf eine Teerstraße klettern. Da hatte sich Uli Stanciu nochmals etwas gemeines ausgedacht. Nun waren wir bereits schon bei den ersten Häusern von Torbole. Plötzlich packte uns dann doch noch der Ehrgeiz. In einem Pulk von 3-4 Teams fuhren wir auf die Hauptstraße in Richtung Riva. Mein Tacho zeigte zwischen 40 und 45 km / h an. Ich hätte nie gedacht, noch solche Kräfte in mir zu haben. Kurz nach dem Tunnel vor Riva knackten wir sogar noch die 50 km /h Marke. Der letzte kleine Anstieg in Riva (eigentlich geht es nur minimal nach oben, bis zu dem Punkt wo links das Festivalgelände des Bikefestivals liegt) sprengte die Gruppe dann doch noch. Für 2 Teams war der Schlußspurt einfach zu schnell. Wir drückten die letzten paar Meter noch weg und rollten überglücklich ins Ziel in Riva ein. Geschafft!

Es war ein richtig erhebendes Gefühl, von so vielen jubelnden Zuschauern empfangen zu werden. Ich war wie im siebten Himmel.