7. Tag: Folgaria (I) nach Rovereto (I)

1. Teilabschnitt: Folgaria (08.00 Uhr) - Ruine (08.50 Uhr)
Heute waren wir als eines der ersten Teams in der Startaufstellung. Wir wollten möglichst schnell vor dem Downhill an der Ruine sein. Die ersten Kilometer bis zur Ruine haben wir auch ordentlich Gas gegeben. Doch merkten wir noch deutlich die 112 Kilometer vom Vortag. Die Strecke war fahrtechnisch nicht sehr anspruchsvoll bis zur Ruine, meist ging es auf einem breiten Schotterweg den Berg hinauf.

2. Teilabschnitt: Ruine (08.50 Uhr) - Zencheri (09.05 Uhr)
Hier folgte der heißeste Downhill der ganzen Transalp. Die ersten paar Hundert Meter gingen auch ganz gut zu fahren. Fahrtechnisch schwierig, aber vor und hinter mir waren keine Leute. Doch etwa 2/3 der Abfahrt war ich in einem dicken Pulk von schiebenden Fahrern. Ich bin zwar das meiste gefahren, so richtig Spaß hat es aber nicht gemacht. Alleine währe diese Passage bestimmt erste Sahne.

3. Teilabschnitt: Zencheri (09.08 Uhr) - Bachüberquerung vor Geroli (09.16 Uhr)
Nach dem kniffligen Downhill, 8 Minuten zum Ausrollen

4. Teilabschnitt: Bachüberquerung vor Geroli (09.16 Uhr) - Passo Borcola (11.27 Uhr)
So die letzten 1278 Höhenmeter dieses Tages stehen bevor. Bis auf die ersten Höhenmeter verläuft der Ansiteig bis zur ersten Kontrollstelle an der Malga Bissorte im Wald. Eigentlich sind unsere Kräfte vollens aufgebraucht. Die 120 Kilometer des Vortages steckten schon noch in den Knochen. Zum Glück für mich, war es am Berg nicht ganz so heiß, es herschte so eine hochnebelartige Stimmung, wie sie auch oft am Gardasee anzutreffen ist. Mein Blick ging die ganze Zeit auf den Höhenmesser, die Tage zuvor zählte ich in Schritten von 100 Höhenmeter die Meter bis auf 0, wenn die Paßhöhe erreicht wurde. Heute zählte ich in 25 Meter Schritten und mußte mich schwer zusammenreissen, nicht einfach vom Rad zu steigen und mich neben die Strecke zu setzten. Wir fuhren wortlos Kehre für Kehre den Berg hinauf und nach einer endlos scheinender Zeit erreichten wir schließlich die Verpflegugsstelle an der Malga Bissorte, ohne eine kleine Zwischenpause einzulegen.

Nach der kleinen Stärkung schafften wir auch noch die letzten 397 Höhenmeter bis zum Passo Borcola. Eigentlich ist die Landschaft ab der Waldgrenze bis zur Paßhöhe ein echter Traum, es geht über Almen, Wiesenwege und auch sehr grobschottrige Wege durch eine phantastische Kulisse. Aber ich glaube die meisten der Transalper hatten wie wir keinen Blick für die Landschaft. Wir wollten einfach nur die Paßhöhe erreichen um auf der anderen Seite nur noch ins Ziel zu rollen.

5. Teilabschnitt: Passo Borcola (11.27 Uhr) - Rovereto (12.21 Uhr)
Ein Super-Downhill, ich dachte wir könnten nochmals wie in den Tagen zuvor im Downhill ein paar Leute hinter uns lassen. Mit Thomas war aber nicht mehr viel anzufangen. Ich glaube er war ziemlich am Ende und ihm fehlte einfach die Kraft und Kondition auf den groben Schotterpassagen sowie den doch recht steilen und anspruchsvollen Singletrails schnell vorwärtszukommen.

Dazu nahm ich etwa auf der Hälfte der 1700 Tiefenmeter meinen ersten Defekt auf der Transalp. Mir riß der hintere Schaltzug. Also mußte ich bis ins Ziel mit einer Dreigangschaltung fahren. Im Zielsprint in den engen Gassen von Rovereto mußten wir noch 3 Teams vorbeiziehen lassen, aber ich denke es hat uns nicht allzu viel Zeit gekostet, da es ja fast nur bergab ging.

Übrigens war der Plattfuß von Thomas auf der ersten Etappe und mein gerissener Schaltzug unsere einzigen Defekte auf der Transalp. Ich denke, damit können wir zufrieden sein.

Weiter zu Etappe 8 >>