3. Tag: Sterzing (I) nach St. Vigil (I)

Vor dem Start merkte ich, daß ich meine beiden Trinkflaschen im Hotelzimmer vergessen hatte. Verdammt! Thomas gab mir eine -einer Flaschen ab. Aber mit nur einer großen Trinkflasche hat man auf so einer Strecke ein großes Problem.

1. Teilabschntt: Sterzing (08:00 Uhr) - Mühlbach (09:11 Uhr)
Im Jahr 98 war ich am dritten Tag total am Ende, und das obwohl 1998 der zweite Tag einfacher war als bei der Transalp 99. Gerade auf dem ersten Teilabschnitt von Sterzing nach Mühlbach (100% identisch wie die Strecke 1998) kahm ich kaum vorwärts. Im Höhenprofil erscheint dieser Abschnitt fast eben. Aber auf dieem Abschnitt sind bis Mühlbach fast 500 Höhenmeter und einschließlich zweitem Teilabschnitt fast 1000 Höhenmeter zurückzulegen. Es ist eigentlich kein ebenes Teilstück mit dabei, es geht andauernd hoch und runter. Man wechselt laufend den Weg von Teer über Waldweg, Wiesenweg, Singeltrail usw. Dazu ist das ganze Feld noch recht nahe beieinander, so daß man andauern in einem Pulk von Fahrern unterwegs ist und nie unkonzentriert sein darf. Um nicht selber im Wind fahren zu müssen, versucht man natürlich immer im Windschatten des Vordermannes zu bleiben. Das Ergebnis war in Mühlbach nach gut einer Stunde ein Schnitt von 27 km/h.

2. Teilabschnitt: Mühlbach (09:11 Uhr) - Kontrollstelle1 kurz nach Moos (10:39 Uhr)
In Mühlbach wechstelte die Strecke auf die andere Talseite. Ab dort ging die Strecke immer parallel zum Fluß. Aber auch ab hier war die Stecke nicht einfach zu fahren. Es waren eingie schöne Singletrailpassagen enthalten. Auf einem schmalen Pfad ging es über Stufen zum Teil steil bergab, und nach der nächsten Biegung wieder genauso steil bergauf. Insgasmt aber ein für mich schön zu fahrendes Teilstück. An der Kontroll / Verpflegungsstelle bekahm ich auch wieder zwei neue Getränkeflaschen, so daß wir beide gut gerüstet den langen Anstieg in Richtung Kronplatz in Angriff nehmen konnten. Von der Verpflegungsstelle konnte man die Bergstation der Seilbahn auf dem knapp 1400 Höhenmeter über uns liegenden Kronplatzes sehen. Da lag ein ganzes Stück Arbeit vor uns.

3. Teilabschnitt: Kontrollstelle1 kurz nach Moos (10:39 Uhr) - Kronplatz Gipfel (13:09 Uhr)
Die ersten paar Höhenmeter konnte ich erstmal nicht so richtig den Tritt finden. Wahrscheinlich lag es wieder daran, daß die Sonne gnadenlos auf uns herunterbrannte. Nachdem die Strecke jedoch durch den Wald führte, hatte ich mich langsam gefangen und wir kurbelten Kehre für Kehre über die Skipiste nach oben in Richtung Piste.

 Man fuhr dabei auf einem breiten Forstweg, der sich mit gleichbleibender Steigung von durchschnittlich 11% nach oben schlängelte. Viele andere Teams hatten Probleme und man sah etliche Fahrer schieben oder am Wegrand eine Pause machen. Ein Team kahm uns nach etwa der Hälfte der Steigung entgegen. Wie der eine sagte, mußte er sich mehrmals übergeben und das Erreichen des Kronplatzgipfels war für Ihn ein unereichbares Ziel. Ich denke, er hätte es trotzdem probieren sollen, unser Schnitt auf dieser Steigung lag nämlich bei 5,4 km/h. Schiebend hätte er vielleicht 40 Minuten bis zum Gipfel verloren, ab da hätte er es aber ins Ziel rollen lassen können. Etwa 250 Höhenmeter vor dem Gipfel verliesen mich auch die Kräfte. Ich war wie am Vortag am Tuxerjoch total am Ende. Zum Glück war es für mich der letzte Berg, mit dem ich so stark kämpfen mußte. Ab St. Vigil ging es bei mir deutlich bergauf. Also schob ich die letzen 250 Höhenmeter zum Gipfel. (Auf einer normalen Tagestour würde ich mich über jeden lustig machen, der diesen Berg schiebt, aber so kann es gehen)

Oben am Gipfel angekommen machten wir erst einmal 5 Minuten Pause um etwas Kraft zu sammeln für das was heute noch folgen sollte. Glücklicherweise war es nicht mehr alzu viel.


4. Teilabschnitt
Kronplatz Gipfel (13:14 Uhr) - St. Vigil (13:35 Uhr)
In der folgenden Abfahrt durften wir auf einem grobschottrigen Weg 1026 Höhenmeter in 21 Minuten vernichtet -Wahnsinn-. So eine Abfahrt hob meine Stimmung deutlich, zumal wir bergab auch noch einige Teams hinter uns lassen konnten. Das letzte Stück ging es über eine sehr steile schmale Teerstraße nach St. Vigil hinein. 82km/h Spitze war auf dieser Strecke das Maximum der ganzen Tour. Unten rollten wir auf dem Dorfplatz ins Ziel. St. Vigil hatten wir noch vom letzten Jahr in bester Erinnerung. Es ist meiner Meinung nach der schönste Etappenort der ganzen Transalp. Ein Ort mit einem ganz besonderen Ambiente. Hier könnte ich mir gut vorstellen auch mal meinen Bikeurlaub zu verbirngen.

Eins hat sich aber auch in diesem Jahr wieder bestätigt: Zweiter Berg in der zweiten Etappe sowie die dritte Etappe sind einfach nicht mein Fall!

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