2. Tag: Weerberg (A) nach Sterzing (I)

1. Teilabschnitt: Weerberg (08.00 Uhr) - Geiseljoch (10.01 Uhr)
Auf dem ersten Teilabschnitt gings vom Start weg sofort Bergauf. Bis zur Paßhöhe waren genau 1400 Höhenmeter zurückzulegen. Uns war das Geiseljoch noch sehr gut aus dem Vorjahr bekannt. Da es aber bei uns beiden sehr gut lief, sind wir recht zügig in den Berg hineingefahren.

Abgesehen vom Fanes-Nationalpark, ist das Geiseljoch meiner Meinung nach der schönste Paß auf der ganzen Transalp-Route. Der Paß ist komplett fahrbar, ohne daß man einmal vom Bike steigen müßte. Im oberen Bereich, nach der Weidener Hütte fährt man durch eine traumhafte Landschaft, zuerst auf einem breiten Schotter / Grasweg und zum Schluß auf einem fahrbaren Singletrail. Letztes Jahr waren wir nach 2 Stunden und 20 Minuten auf dem Geiseljoch, dieses Jahr hatten wir den 2292 Meter hohen Paß bereits nach 2 Stunden und 1 Minute erreicht. Oben fühlte ich mich soweit noch topfit. Aber es stand heute ja noch einiges auf dem Programm.

 

2. Teilabschnitt: Geiseljoch (10:01 Uhr) - Vorderlanersbach (10:30 Uhr)
Nach 6 Minuten Pause nahmen wir die Abfahrt in Richtung Tuxertal in Angriff. Die ersten Meter auf einem schmalen Wanderweg, anschließend wurde etwa die Hälfte der Abfahrt auf einem breiten Forstweg, und die andere Hälfte auf einer schmalen Teerstraße zurückgelegt. Im Großen und Ganzen jedoch problemlos zu fahren.

3. Teilabschnitt: Vorderlanersbach (10:30 Uhr) - Hintertux (10:55)
Langweile Teerstraße mit recht viel Verkehr

4. Teilabschnitt: Hintertux (10:55) - Tuxerjoch (12:25 Uhr)
Nach dem Ortsschild von Hintertux bog die Strecke nach rechts von der Hauptstraße in einen kleineren Weg in Richtung Tuxerjoch ab. Ab jetzt folgten noch über 900 für mich extrem harte Höhenmeter um den Zweiten der heute insgesamt drei Berge zu bezwingen. Die ersten Kilometer im Wald waren noch ganz O.K. Anschließend ging es dann aber über den Skihänge den Südhang hinauf zum Tuxerjoch. Die sehr heißen Temperaturen machten mich fix und fertig. Das letzte Drittel habe ich fast nur noch geschoben, obwohl die mittlere Steigung lediglich bei etwa 15% lag. Irgendwie hatte ich das gleiche Problem wie letztes Jahr am zweiten Tag am zweiten Berg. Thomas mußte des öfteren auf mich warten. Oben war ich echt fix und fertig.

Aber ich dachte, das meiste sei ja geschafft. Wir waren ja auf dem höchsten Punkt des ganzen Transalp (2338 Meter). Da war doch nur noch eine Abfahrt mit einem kleinen Zwischenanstieg. Dachte ich! Zu dem Zeitpunkt wußte ich noch nicht, daß noch über 3 Stunden Qualen vor mir lagen.

5. Teilabschnitt: Tuxerjoch (12:25 Uhr)- Talanfang Schmirntal (13:07)
Hier ging es schon los. Uli Stanciu hatte zwar am Morgen angekündigt, daß die 547 Höhenmeter bis auf den Talgrund nur schiebend zurückgelegt werden können. Da ich aber Downhillmäßig nicht so schlecht drauf bin, (Zuhause fahre ich bei Touren öfters durch die Downhillstrecke in Todtnau, dort komme ich außer über eine Stufe von oben bis unten ohne Absteigen durch. Dies mit meinem normalen Bike mit Cross-Country-Sattelpossiton) dachte ich nicht wirklich alles schieben zu müssen. Leider war es aber so. Mann konnte noch nicht einmal richtig schieben. Immer wieder knickte ich mit den Radschuhen auf Felsabsätzen oder Steinplatten um. Zum Teil war es schon zum Schieben äußerst kriminell. Das Ergebnis: Keine Erholung möglich, sondern über 40 Minuten Fluchen bis ins Tal.

Vielleicht liest ja mal ein Streckenplaner für die Transalp 2000 meinen Bericht. Also ich habe bei der Transalp 99 lieber über das Pfitscherjoch nach oben geschoben und getragen, wie hier der Abgang vom Tuxerjoch. Ich denke einen dieser zwei Pässe muß man nehmen, sonst bei einer Alternative weiter im Westen dieser Bereich weiträumig umfahren werden muß. Dies würde bedeuten, daß auf das Geiseljoch verzichten werden müßte. Das währe es nicht wert.

Östlich gibt es weit und breit keine Alternative. Über die Berliner Hütte und Schwarzensteinhütte in s Arhntal ist wohl mit so einem Tross doch zu extrem, obwohl man dann den Etappenort Sterzing auslassen könnte und dafür vielleicht über Bruneck nach St. Vigil zu kommen. Für eine private Tour zu überlegen!

6. Teilabschnitt: Talanfang Schmirntal (13:07 Uhr)- Gries am Brenner (13:51 Uhr)
Auf diesem Teilstück konnten wir uns doch noch etwas entspannen. Zuerst auf einem Schotterweg und anschließend auf einer schmalen Straße ging es in einem schönen Tal leicht fallen in Richtung Brennertal. Unten an der Kreuzung gings auf die Brennerbundesstraße in Richtung Gries. Wir waren weit und breit alleine und schauten erst einmal ins Roadbook, ob wir überhaupt noch richtig sind. Die etwa 3 Kilometer auf der Brennerbundesstraße bis Gries waren nicht sehr erbauend. Einmal war ich immer noch körperlich am Ende, und zweitens war sehr viel Verkehr auf der Bernnerbundesstraße. In Gries besserte sich unsere Laune wieder deutlich, die Strecke zweigte von der Hauptstraße ab und es war zum Glück schon die zweite Kontroll / Verpflegungsstelle zu sehen. Es war höchste Zeit die Trinkflaschen aufzufüllen. Es war wolkenlos und die Temperatur lag knapp unter 30°C. Und ich hasse nichts mehr als Hitze beim Biken.

7. Teilabschntt: Gries am Brenner (13:51 Uhr) - Brennerbad (14:56 Uhr)
Nach der Verpflegungsstelle ging es eine kleine Teerstraße in Richtung Vinaders. Durch die Stärkung ging es wieder einigermaßen. Doch ab der Abzweigung in Vinaders änderte sich das schnell. Mit durchschnittlich 11% Steigung ging es in Kehren die letzten 500 Höhenmeter des Tages auf einem breiten geschotterten Fahrweg hinauf zur Sattelalm. Ich weis nicht, wie ich den Anstieg geschafft habe, ich glaube, ich habe jeden einzelnen Höhenmeter auf dem Display gezählt und ja nicht nach vorne geschaut. Dies war ein typisches Etappenstück, daß im Kopf entschieden wurde und nicht mit den Muskeln.

Nach Ende der Steigung gings dann auch nicht wie erhofft sofort bergab, sondern erst einmal ziemlich kuppiet über die Sattelalm. Irgendwann neigte sich dann aber doch der Weg nach unten und es ging in ziemlich steil und schottrig in einigen Kehren direkt auf die Grenzstation am Brenner zu.

8. Teilabschnitt: Brennerbad (14:56 Uhr) - Sterzing (15:32 Uhr)
So das meiste war geschafft, ab dem Brennerpaß gings zuerst wieder auf der Brenner-Bundesstraße (Ätzend) und anschließende auf einer kleineren Straße in Richtung Sterzing. Kurz nach Gossensass gings auf der Teerstraße nochmals einen Anstieg von sage und schreibe 85 Höhenmetern mit einer durchschnittlichen Steigung von 10% hoch. Im ersten Gang mußte ich mich mühsam den Berg hochquälen. Am Abend bei der Pastaparty erzählte Uli Stanciu, daß er bei der Vorbesichtigung der Strecke diesen Berg geschoben hat. Das beruhigte mich wieder etwas. Nach diesem Anstieg unter der Autobahnbrücke (ich glaube jeder der mitgefahren ist erinnert sich an diesen Anstieg) waren noch 4,3 km zurückzulegen, die meist bergab in 9 Minuten direkt zum Ziel in Sterzing führten. Für mich war dies die mit Abstand härteste Etappe der ganzen Transalp.

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