Trans Jura Tag 1

 

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21.05.2010

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Die letzten beiden Tage hatte es geregnet. Für heute war schönes Wetter vorhergesagt. Leider war der Himmel wolkenverhangen als ich in Weil am Rhein aus meinem Auto stieg. Aber für die nächsten Tage war sonniges Wetter und eine Wetterbesserung vorhergesagt, also lies ich mich nicht entmutigen. Und eigentlich war ideales Bikewetter. nur die tiefhängenden Wolken störten etwas. Um 09:20 Uhr fuhr ich los. In Weil am Rhein steuerte ich den Grenzübergang an und hangelte mich auf einigen ausgeschilderten Radwegen in Richtung Basel. Ein kurzer Blick in die Innenstadt und weiter gings.

Beim Eingang in den Basler Zoo fragte ich einen netten Postler nach dem Weg. Glücklicherweise war die Richtung korrekt. Bis hierher war die Strecke nicht sehr anspruchsvoll. Lockeres Rollen auf Teerstraßen.... Auf der Straße bzw. einem Radweg ging es weiter nach Therwil. Die Ausläufer des Juras waren schon zu erkennen. Es folgte noch der Ort Ettingen und der erste Anstieg ging los. Anfangs auf einem schmalen Teersträßchen, später auf einem Schotterweg wurden die ersten Höhenmeter zurückgelegt. Laut meinen Kartenausschnitten sollte die Route eigentlich einfach zu finden sein. Aber in Wahrheit waren hier viel mehr Wege und Pfade, als auf der Karte eingezeichnet waren. Kurz vor dem Kamm merkte ich, dass ich mich nördlich davon befand, die geplante Route aber südlich knapp unterhalb des Kammes verlaufen sollte. Ich wählte einen schmalen Pfad in Richtung Kamm um auf die andere Seite zu gelangen. Der Weg machte richtig Spaß. Oben auf dem höchsten Punkt sah ich, dass der ausgeschilderte Weg genau auf dem Kamm verlief. So einen schönen Trail konnte ich mir natürlich nicht entgegen lasse und folge den Markierungen auf einem schöne schmalen Trail. Leider wurde das Wetter immer noch nicht besser. Durch meinen Höhengewinn, fuhr ich nun in tiefhängenden Wolken, bzw. im Nebel. Das tat meiner Laune aber keinen Abbruch. Der Weg machte absolut viel Spass. Lediglich die glatten Kalksteinplatten und nassen Wurzeln verlangten etwas mehr Aufmerksamkeit als sonst. Um 11.17, also nach knapp 2 Stunden erreichte ich den Blauenpass. In den ersten 2 Stunden hatte ich nur gut 20 km geschafft. Aber auf dem Trail war es auch schwer möglich einen schnellen Schnitt zu fahren. Einige Minuten später verfuhr ich mich ein zweites Mal. Ich folgte dem Grat auf den Remel und eigentlich hätte ich dem Wanderweg nach Kiffis folgen sollen. Der Grat endete irgendwann und ich konnte nur noch bergab zum Chlösterli fahren. Super, also weiter auf der Teerstraße dem Tal entlang um anschließend wieder die unnötig vernichteten Höhenmeter auf der Straße nach Kiffis hochzukurbeln. Meine Stimmung war nun nicht mehr so toll. Es war immer noch unangenehm neblig und die Landschaft fand ich auch nicht so prickelnd. Inzwischen war es kurz vor halb Eins und in Kiffis fand ich noch nicht mal was zu essen. Also weiter. Wird ja bald mal was zu Essen geben. Ich fuhr weiter durch eine etwas öde Landschaft. Nach der französisch Grenze ging es wieder bergab ins Tal in einen Ort namens Charmoille. Mein Magen knurrte inzwischen gewaltig. Aber leider gab’s auch hier kein Restaurant, bzw. einen Supermarkt. Tja, was bleibt übrig? Na weiterfahren. Als nächstes erreichte ich ein Örtchen namens Cornol. Auch hier tanzte sprichwörtlich der Bär. Ein Restaurant gab es keins, aber dafür ein Bäcker und ein Metzger. Aber da inzwischen kurz vor 14:00 Uhr war, hatten leider beide Geschäfte geschlossen. Inzwischen war ich aber so hungrig, dass ich keinen Meter weiter fahren wollte. Also gut, ne halbe Stunde warten, bis der Bäcker wieder aufmacht. Mit meinem Heißhunger stopfte ich mir so 2-3 gefüllte Blätterteigteilchen rein. Eine sportgerechte Ernährung sieht anders aus. Naja, zumindest war der Hunger weg.

Wohlwollend musste ich feststellen, dass die Landschaft attraktiver wurde. Naja, dafür ging es jetzt stetig bergauf. Gut 350 Höhenmeter mussten bewältigt werden, bevor der nächste neblige Kamm erreicht war. Auf der anderen Seite gings dann gleich wieder auf einem schönen Trail bergab. Kurz darauf hatte ich  St. Ursanne erreicht. Nach der Einöde auf den letzten Kilometern war dies hier wie eine andere Welt. Das historische Städtchen ist total schön. Da es inzwischen schon halb vier war, sputete ich mich. Laut meinem Plan wollte ich noch ein gutes Stück dem Doubs folgen um dann noch bis kurz vor La Chaux de Fonds zu gelangen. So mein Plan...... Dem Fluss entlang zu fahren sollte ja kein Problem sein. Rechts des Flusses folgte ich einem gut fahrbaren breiten Fahrweg. So konnte ich nun endlich etwas Stecke machen. Naja, dachte ich zumindest. Nach ein paar Minuten endete der Weg und es ging auf einem Trampelpfad weiter. Zum Teil führte der Weg auch direkt über Viehweiden, auf denen fast gar kein Fahren möglich war. Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt. So kämpfte ich mich die nächsten 10km voran, bis eine schmale Brücke über den Doubs führte. Hier auf der schweizer Seite des Flusses konnte ich endlich locker ein paar Kilometer rollen. Wobei ich inzwischen schon recht ausgepumpt war.

In Soubey hatte ich gerade mal 82 km auf dem Tacho und es war schon kurz vor 5. Ich entschied mich dazu, mein Tageziel etwas herunterzuschrauben. Erst mal genehmigte ich mir in Soubey ein schönes Stück Kuchen und entschloss mich dazu bei der nächsten Möglichkeit ein Nachtquartier zu suchen. Mein Plan war nun, noch bis zum nächsten Dörfchen zu fahren um dort ein Quartier zu suchen. Nach etwa 95km war ich in Goumois und direkt am Fluß war auch eine Herberge, klasse, das passte ja. Leider waren aber alle Zimmer belegt. So langsam hatte ich keine Lust mehr. Es war auch schon 18:00 Uhr. Aber nun gut, ausser weiter fahren, gab es ja keine Möglichkeiten. Leider folgten auch noch ein paar zähe Gegenanstiege. Aber man mag es kaum glauben, nach 104 km hatte ich um kurz vor 19:00 eine schnuckelige Auberge vor mir. Und es gab auch noch ein freies Zimmer, super. Die Auberge de la Bouege war ein total schnuckeliges Plätzchen auf einer Wiese am Doubs. Nach einer Dusche genoss ich das leckere Abendessen und fiel dann gleich mal müde ins Bett. Die Trailstücke kosteten extrem Kraft. Mal schauen was der nächste Tag bringt.


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