3 Ländertour neu aufgelegt 2011 / 2700 Höhenmeter und 90 Kilometer

 

20110701

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01.07.2011

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Nachdem ich 2003 die 3 Länder Tour von Scuol aus gefahren war, kehrte ich 2011 nach Scuol zurück. Ich wollte 3 schöne Tage nutzen und 2 Wochen vor der Bike-Transalp 2011 an meiner Form feilen.

Als erste Tour wollte ich eine vor  8 Jahren gefahrene Tour wiederholen. Für die Transalp Vorbereitung hatte
ich mir aber vorgenommen bei jeder Tour zwischen 2700 und 2900 Höhenmeter und zwischen 80 und 90 km
fahren. Also musste ich etwas an der Tour ändern. Ebenfalls fand ich 2003 den Anstieg von Burgeis bis Slingia
auf der Teerstraße nicht so prickelnd. Somit plante ich 2 Änderungen ein.

Änderung 1:
Nicht neben der Reschenstraße auf dem Radwewg über den Reschenpass rollen sondern alternativ den Anstieg zum Plamort mitnehmen.

Änderung 2:
Nach der Staumauer des Reschensee's nicht auf dem Radweg nach Burgeis rollen, sondern rechts die
Bergflanke hoch und weiter oben über das Val di Zerzer und La Forcalla zur Sesvenna Hütte fahren.

Hier nun eine kurze Beschreibung:
Vom Schweizerhof in Vulpera ging’s den Wanderweg runter bis an die wunderschöne Holzbrücke über die man ins Zentrum von  Scuol gelangt.

Ab hier war erst mal easy going angesagt. Entlang des Inn's ging die Strecke stetig leicht bergab.
Naja, der ein oder andere Zwischenanstieg war natürlich auch zu meistern, wie beispielsweise der Stich
zu den Häusern nach Raschwella hoch. Aber nach 55 min hatte ich die knapp 21km bis Sclamischot zurückgelegt wo ich das Inntal verlassen musste.

Es war morgens noch schön kühl und der folgende Anstieg auf einem breiten Forstweg bereitete mir keinerlei Probleme. Die Beine waren noch ganz frisch und schnell waren die gut 550 Höhenmeter zurückgelegt. Der Forstweg ging danach in einen Trail über.  Je näher man der Grenze zu Österreich kam, desto ruppiger wurde der Trail. Aber richtig schön zu fahren. Nun folgten nochmals gut 100 Höhenmeter über die Grenze bis zum Schwarzsee. Einige Passagen musste ich hier schieben da einige knifflige Steilstücke im Weg eingebaut waren.

Den Schwarzsee hatte ich noch von 2003 in Erinnerung. Ein richtig idyllisches Plätzchen. Leider fing es ganz leicht an
zu regnen. Es herrschte eine eigenartige Wetterlage, nördlich der Alpen regnete es, südlich war blauer Himmel. Und ich
war irgendwo dazwischen und das Wetter konnte sich nicht entscheiden in welche Richtung es umschlagen sollte. Aber ich war guter Dinge, da ich mich ja in Richtung Süden und somit dem schönen Wetter entgegen bewegte.

Nach dem Schwarzsee rollte ich zuerst auf einem Forstweg und anschließend über einen schönen Trail hinunter ins Tal. 300 Metern musste ich auf der Hauptstraße in Richtung Reschenpass zurücklegen um nach links auf den Parkplatz der Talstation der Bergkastelbahn zu gelangen. Hier war ich etwas hin und her gerissen. Sollte ich den schmalen Weg unter der Bahn nehmen oder den Fahrweg weiter rechts in Richtung  Bergkastelalpe???

Kurzentschlossen wählte ich den direkten, vermeintlich schöneren Weg. Nach dem fahrbaren Stück über die Wiese bereute ich dann  im Wald  meine Entscheidung. Der Weg zog unfahrbar nach oben. Aber egal, nach wenigen Höhenmetern gelangte ich auf den Fahrweg. ..das nächste mal werde ich gleich den Fahrweg nehmen.
Nun musste ich auf diesem Forstweg Höhenmeter sammeln. Glücklicherweise verlief der Großteil der Strecke auf der Nordseite des Berges, so dass ich noch im Kühlen fahren konnte. Auch diese 700 Höhenmeter liefen gut und ich war nach insgesammt 2h und 50 min Fahrzeit an der Bergkastelalpe.

Ab hier hat man den Anstieg im Prinzip geschafft. Naja ein kurzes Stück geht es noch bergauf, dann wechselt die Landschaft aber ihr Bild und man gelangt auf eine moorige Hochebene. Das Gebiet des Plamort. Hier hat Mussolini im 2. Weltkrieg einen Grenzwall errichten lassen. Nachdem ich die Grenzanlage durchquert hatte, konnte ich einen herrlichen Blick auf den Reschensee genießen. Der Abstecher hier hoch hat sich wirklich gelohnt.

Nun folgte einen schöne Schotterabfahrt hinunter an den Reschensee. Ruckzuck war ich wieder unten. Nun hatte ich  Bedenken, auf der Straße am See entlang fahren zu müssen, aber es gab durchweg einen schönen Radweg, so dass ich den See schnell hinter mir lassen konnte. Da inzwischen Mittagszeit war und ich die Zivilisation gleich erst mal verlassen würde, entschied ich mich in St. Valentin zu einer Mittagspause. Ich füllte erst mal meine Speicher wieder auf, bevor es in den nächsten Berg ging. Ich setzte mich auf die Terasse eines Gasthauses und verdrückte erst mal einen große Portion Pasta. Danach ging es gleich mal ziemlich steil bergauf. Auf den nächsten 4 km musste ich gut 550 Hm zurücklegen und ein deftiges Mittagessen verdauen! Aber je länger der Berg ging, desto besser lief es wieder. Das Essen war langsam verdaut Der Blick zurück verhieß aber nichts gutes. Von Norden zog eine Regenwand in Richtung Süden über den Reschensee. Ich dachte: “Gleich wirst du nass”. Als ich aber aus dem Haupttal nach rechts ins Zerzertal abbog, herschte auf einmal wieder blauer Himmel. Schon witzig, wenn man genau an der Wettergrenze fährt.

Das Zerzertal ist wirklich super schön und es ging nun vor allem nicht mehr so steil bergauf! Naja, dieser Zustand änderte sich bald wieder, am Ende des Tal’s zog die Steigung wieder an. Auf einem breiten Schotterweg passierte ich die Kircher Alm und der Weg endete vor der Oberdörfer Alm. Hier ging es nun rechts steil bergauf  in Richtung Passhöhe. Ich war guter Dinge, da ich schon auf 2057 m über dem Meer war und die Paßhöhe 2334m über dem Meer lag. Ursprünglich hatte ich etwas Bedenken, dass ich hier länger schieben müsste. Aber das meiste hatte ich
nun schon fahrend geschafft. Der Weg wurde immer schmaler und ich konnte noch bis auf eine Höhe von 2200m fahren. Dann war aber endgültig Schluss und ich musste doch absteigen. Die letzten 130 Höhenmeter musste ich schieben, aber das war gut zu verkraften. Oben an der Paßhöhe hatte man einen herrlichen Blick zurück ins Zerzertal und nach vorne ins Schliniger Tal. Die Variante durchs Zerzertal hatte sich wirklich gelohnt. Ich hab die Variante noch nie im Internet beschrieben gesehen, aber ich kann sie nun wärmstens empfehlen.

Was ich hier noch nicht wusste, das beste sollte erst noch folgen :-) Ab der Paßhöhe verlief der wunderschöne Trail immer am Hang entlang in nordwestlicher Richtung. In einer traumhaften Umgebung folgte ich dem Trail nahezu immer auf der gleichen Höhe. Die letzten Meter ging es dann steil bergab zur Sesvenna Hütte. Ich konnte aber alles fahrend absolvieren. Vor der Hütte hatte ich bestimmt ein breites Grinsen im Gesicht.

Ab hier kannte ich die Strecke wieder. Das Val Uina bin ich schon mehrfach in beide Richtungen gefahren. Ich überlegte kurz ob ich eine Pause machen sollte, entschied mich dann aber dazu die letzten 20 Kilometer sofort in Angriff zu nehmen. Ab der Sesvenna Hütte war ich noch 1h und 20 min unterwegs. Nach der Hütte folgen noch ein paar wenige Höhenmeter zum Schlinigpass und zur dritten Grenzüberquerung des heutigen Tages. Diesesmal von Italien in die Schweiz. Ich liebe den Trail über die Hochebene bis zum Einstieg ins Val Uina. Einfach nur ein Traum. so sieht eine perfekte Biketour aus!

Im Gegensatz zu früheren Jahren entschied ich mich dazu, das Val Uina schiebend zu passieren. Vor 10 Jahren bereitete es mir noch viel Freude die kniffligen Passagen am Abgrund zu fahren. Heute stieg ich lieber ab und genoss den Ausblick. Ich werd doch wohl nicht alt werden ;-)

Man merkt hier sofort, dass man auf einer klassischen Transalp Route ist. Ich hatte laufend Gegenverkehr von diversen MTB-Gruppen. Das Val Uina ist schwer zu beschreiben. Es handelt sich dabei um einen in den senkrechten Fels geschlagenen Weg, der in früheren Zeiten von Schmugglern angelegt wurde. Man hat immer wieder grandiose Tiefblicke in die Schlucht. Immer wieder faszinierend.

Nach dem Aussichtspunkt am Anfang der Schlucht setzte ich mich wieder aufs Bike und heizte den anfangs kniffligen Trail zur Alm Uina Dadaint wo mein letztes Bild des Tages entstand.
Nun fegte ich den breiter werdenden Weg das Tal hinunter. Sehr schnell war alles zu Ende und ich stand wieder in Sur En im Inntal.

Jetzt folgten noch 10 entspannte Kilometer leichte ansteigend das Inntal hoch. Ich fuhr noch nach Scoul rein, da sich meine vorderen Bremsbeläge verabschiedet hatten. Leider hört hier dann auch meine Aufzeichnung auf. Den Rückweg nach Vulpera müsst ihr euch denken ;-)

Für mich eine abosut klasse Tour, die ich jedem nur empfehlen kann. Natürlich sich die 90 km und 2700 Höhenmeter nicht zu unterschätzen, da der Trailanteil extrem hoch ist und sich auf die Fahrzeit niederschlägt. Um 09:23 Uhr war ich losgefahren, um 16:44 Uhr war ich wieder zurück.