Bei Lugano: Monte Bar / San Lucio 2422 Höhenmeter, 57 Kilometer

 

lugano

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04.10.2008

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Leider hab ich nur ein paar unscharfe Handybilder. Und das an so einem schönenTag :-( Naja, aber ich hoffe man sieht in was für einer schönen Gegend wir die Tour gefahren sind.

Nachdem ich schon seit einigen Jahren damit liebäugle, auch mal das Tessin mit dem Bike zu erkunden, habe ich es zum Saisonende 2008 endlich mal geschafft von Lugano aus übers Wochenende 2 Touren zu fahren. Eine möchte ich hier vorstellen, da sie aus meiner Sicht mit zu den schönsten Touren zählt, welche man in den Alpen fahren kann.

markerA Gestartet sind wir an der Jugendherberge in Savosa, einem Vorort von Lugano. Die ersten Kilometer waren gemütliches Einrollen. Die Strecke ging leicht bergan auf der Strasse durch die Dörfer Porza und Comano. Nach Comano führte ein breiter Forstweg în einen Kastanienwald. In diesem Wald wurde 2003 die Cross-Country WM ausgetragen.
Die Strecke steigt hier kontinuierlich moderat weiter. Nach einer kleinen Abfahrt gelangt man in den Ort Tesserete.

markerB Hier fährt man durch die Ortsmitte und biegt auf eine mittelstark befahrene Strasse in Richtung Bidogno. Man kurbelt aber immer noch ganz gemütlich den Berg hinauf.

markerC In Bidogno muss man von der Hauptstrasse abbiegen. Ab hier fährt man auf einer relativ wenig befahrenen Strasse etwas steiler bergauf. Im Prinzip sind hier nur wenige Autos unterwegs, welche zum Wanderparkplatz unterhalb des Monte Bar Gebietes wollen.  

Ab diesem Wanderparkplatz teilt man die immer noch geteerte Fahrstrasse nur noch mit Wanderern. Die Strasse hat inzwischen den Wald verlassen und schlängelt sich den Bergrücken in Richtung Rifugio Monte Bar hinauf. Man hat hier eine wunderbare Aussicht auf Lugano und den Luganer See. Das einzigste was den schönen Ausblick trübt sind die ziemlich eissigen Temperaturen. Dazu ein Wind, der uns in den Böen fast vom Rad bläst. Aber es ist ja schließlich auch schon der 3. Oktober und wir befinden uns hier in hochalpinen Gelände. Noch vor dem Ende des Anstieges ziehen wir unsere Windjacken an. Etwa 1 km vor dem Riffugio Monte Bar hört die geteerte Strasse auf und der letzte KM des Anstieges wird auf einem breiten Schotterweg gefahren.

markerD Im Riffugio Monte Bar kehren wir erst einmal zum Mittagessen ein. Vor dem Riffugio bestätigt sich unser Gefühl für die empfindlich kühlen Temperaturen. Der Brunnen ist komplett vereisst!. Das Riffugio ist super gemütlich. Auch von drinnen können wir den sehr schönen Blick auf den Luganer See geniessen. Nach einer heißen Minestrone setzten wir unsere Tour fort. Der erste Kilometer verlief noch auf dem breiten Forstweg, aber dann waren wir auf dem super schönen Höhenweg angelangt. Es war immer noch bitter kalt. Die Pfützen auf dem Weg waren zugefroren.  Die nächsten Kilometer fährt man auf einem schmalen Singletrail, welcher sich auf nahezu gleichbleibender Höhe am Berg entlangschlängelt. Das bedeutet jedoch nicht, dass man locker auf der Ebene rollen kann. Es ist ein Wechsel aus kurzen Abfahrten, Anstiegen, Richtungswechsel, Bachüberquerungen und immer wieder aus traumhaften Ausblicken.  Der Weg ist jedoch nicht  zu unterschätzen. Es sind etliche Stellen zu passieren, bei welchen es rechts senkrecht in die Tiefe geht. Hier muss man sein Bike gut im Griff haben und schwindelfrei sein.
Wie im Rausch gelangt man dann irgendwann nach San Lucio.

markerE Dies ist sozusagen die Passhöhe in Richtung Comer See. Man befindet sich genau auf der Grenze zwischen Schweiz und Italien. Auf italienischer Seite ist wieder ein Rifugio, in welchem man einkehren kann oder von Bikern auch gerne als Übernachtungsmöglichkeit genutzt wird.

Wir fahren aber gleich weiter. Wir befinden uns inzwischen auf der südlichen Talseite und bewegen uns wieder auf den Luganer See zu. Es ist nach wie vor ein super schöner Trail, welcher mal bergan und dann auch gleich wieder bergab geht. Inzwischen ist der Weg etwas breiter und man ist auch mal in der Lage  während der Fahrt in die Ferne zu schauen.

markerF Da wir recht gut im Zeitplan liegen, machen wir an der Pairolo Hütte nochmals einen Kuchen-Stop. Wir studieren die Karte und überlegen wie wir wieder zurück fahren.

 

 

Die ausgeschilderten Radwege wollen uns unbedingt auf einen breiten Forstweg lenken, aber wir entscheiden und dem schönen Trail gegenüber der Hütte talwärts zu folgen. Dies war eine gute Entscheidung. Auf einer technisch kniffligen Abfahrt gelangen wir wieder zurück in die Zivilisation nach Sonvico.

markerG Unterhalb von Sonvico muss man noch einen ziemlich versteckten Weg finden, welcher durch die Schlucht rüber nach Teserete führt. Christoph kannte den Weg zum Glück. Ich glaube sonst hätten wir das nie gefunden. Da man hier förmlich von Esskastanien erschlagen wird, füllten wir noch unsere Rucksäcke mit Kastanien auf, bevor wir die Fahrt fortsetzten. Ab Tesserete fuhren wir auf der gleichen Strecke zurück wie wir gekommen waren. Unten angekommen war es wieder mollig warm. Wir saßen noch gemütlich in der Sonne und man konnte sich kaum vorstellen, dass wir einige Stunden vorher an zugefrorenen Pfützen vorbei gekommen waren. Aber über eins waren wir uns einig. Dies war definitiv eine der schönsten Alpentouren, die wir je gefahren sind.