Tour mit Startpunkt Lenzerheide.  2860 Höhenmetern und 60 Kilometern

 

20090705

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der Tour

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05.07.2009

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Nachdem ich meine Tour von Bellinzona nach Rovereto aufgrund der zu großen Hitze abgebrochen hatte, entschloss ich mich dazu in die Lenzerheide zu fahren um dort eine schöne Tagestour anzugehen.

Start der Tour ist auf dem Parkplatz der Rothornbahn. Um 09:25 Uhr ging’s los. Nach etwa 5 Minuten war ich in der Ortsmitte von Lenzerheide. Dort steuerte ich erst mal eine Bäckerei an und gönnte mir einen Cappuccino und ein frisches Croissant.

Frisch gestärkt ging’s dann in den ersten Anstieg. Die ersten 300 Höhenmeter sind recht schnell erledigt. Auf einem schmalen Teersträßchen geht es hoch bis Tgantieni. Hier biegt man von dier Straße rechts in einen Forstweg ein. Auf etwa 1800m Höhe fährt man das nächste Stück immer etwa auf gleicher Höhe am Berg entlang. Leider ist dieses Vergnügen nur von kurzer Dauer. Man gelangt auf ein recht steiles Teersträßchen, auf welchem man die restlichen 550 Höhenmeter zum Stätzer Sattel in Angriff nimmt. Das erste Drittel dieses Anstieges ist auf Teer, danach geht es auf einem breiten Schotterweg weiter über die Skipiste. Bis zum Stätzer Sattel sind einige fiese Steilstücke dazwischen, die ich im kleinsten Gang hochdrücke. Um 11.10 Uhr bin ich auf dem Stätzer Sattel. Hier oben hat man einen super Blick ins Rheintal.

Oben stand eine nette Schweizer Bikerin aus Chur. Sie frage mich, ob wir nicht gemeinsam die Abfahrt nach Tomils in Angriff nehmen könnten. Ich dachte nur, na klasse, jetzt musst du hier langsam runtergurken :-( Wir fuhren zusammen los und ich musste gleich mal feststellen, dass sie nicht wirklich langsamer war als ich. Es machte echt Spass zu zweit den geilen Trail runter zu brettern. Es lagen insgesamt 1500 Höhenmeter vor uns. Die erste Hälfte ist es ein schmaler Wanderweg, auf der zweiten Hälfte der Abfahrt ist es ein Schotterweg. Der Weg ist durchgehend extrem steil. Ich muss zwischendurch eine Zwangspause einlegen, da meine XTR-Bremse kräftiges Fading hat. Die Bremswirkung ist gleich Null. Nachdem ein Teil meiner Trinkens die Bremsscheibe kühlen musste, konnte es weiter gehen. Unten angekommen spürte ich meine Hände kaum mehr. Die 1500 Höhenmeter haben ganz schön Kraft gekostet. Aber super Fun gemacht. Um 12.00 Uhr sind wir unten im Tal angekommen.

Unten angekommen ging es 3-4 km eben auf einem Radweg rüber bis Tomils. Wir machten uns gemeinsam in den nächsten Anstieg. Ich musste feststellen, dass die Bikerin aus Chur auch berghoch topfit war. Vor mir lag ein Anstieg von 1300 Höhenmeter. Die ersten Meter verliefen im Wald auf einem schönen Schotterweg. Bis Scheid fuhren wir zusammen. Dort war sie zum Grillen mit Freunden verabredet. Die Einladung zum Grillen lehnte ich ab, da Gewitterwolken aufzogen und ich noch über den Dreibündenstein musste. Schade eigentlich, war ein nettes Mädel. Solche Einladungen sollte man eigentlich nicht ausschlagen.

Ab Scheid geht es weiter auf der Hauptstraße. Die nächsten 250 Höhenmeter kurbeln sich hier recht einfach. Kurz vor Feldis bog ich rechts ab in Richtung Alp di Plaun. Es ist eine schmale Zufahrtsstraße zur Alm. Zum Teil auf Beton- platten, zum Teil auf Schotter. 

Die Alp di Plaun lasse ich links liegen und fahre gerade aus über eine Hochebene zu einer Almhütte mit dem Namen Term Bel. Um 14.00 Uhr setzte ich mich auf die Terasse und geniesse ein schönes Hüttenvesper. Da ich bisher nur ein Riegel und eine Banane gegessen hatte, war es mal wieder höchste Zeit. Aber wenn ich auf meinen Touren unterwegs bin, dann nehm ich normalerweise kein Rucksack mit. Ein Riegel, eine Banane, Windjacke, Schlauch, Luftpumpe und Multifunktionswerkzeug  passen in die Trikottaschen. ...bin da nicht immer konsequent mit der Esserei, obwohl ich genau weiß wie wichtig es ist. Hier oben auf knapp 2000m war irgendwie eine eigenartige Stimmung. Die Gewitterwolken formierten sich an den umliegenden Berggipfeln. Auf der Terrasse war es aber absolut windstill und idyllisch. Trotzdem beeilte ich mich mit der Pause und fuhr zügig weiter.

Die nächsten Meter in Richtung Dreibündenstein musste ich größtenteils schieben. Das letzte Stück war dann wieder fahrbar. Kurz nach 15.00 Uhr war ich auf dem Gipfel. Das Wetter hatte gehalten und ich war happy. Von hier hatte man einen phantastischen Blick hinunter nach Chur. Ich saß zufrieden auf einer Bank und genoss den Ausblick. Der Tag hatte sich gelohnt.

Vom Dreibündenstein folgte eine nicht ganz einfache Abfahrt die Skipiste hinunter bis zur Malixer Alp. Der Weg ist steil und ich muss mich konzentrieren keinen ungewollten Abgang über den Lenker zu machen. Ab der Malixer Alp geht es auf Teer bergab bis Malix. Ich überlegte noch nach einem Wanderweg Ausschau zu halten. Aber meine Kräfte ließen langsam nach, also rollte ich einfach die Straße runter.

Hier unten dachte ich, dass ich das meiste hinter mir hatte, aber ich brauchte noch über eine Stunde um am Parkplatz der Rothornbahn zu sein. Es waren immer wieder steile Rampen zu bewältigen, die meine letzte Energie raubten. Ab Parpan wurde es dann etwas einfacher. Auf einem Teersträßchen legte ich die letzten Kilometer zurück. 7h17min nach der Abfahrt rollte ich zufrieden auf den Parkplatz. Das war bestimmt nicht die letzte Tour in dieser Gegend.