Tag 2: Rifugio Elena (I) nach Bourg St. Maurice  (F) 1455 Höhenmeter, 61 Kilometer

 

MontBlanc_Etappe2

15.08.2001

Da die ersten Wanderer schon kurz vor 6  aufbrachen, war ich auch schon wach und packte meine Sachen. Nach einem guten  Frühstück holte ich um kurz vor 8 mein Bike aus dem Keller. Als ich vor die  Hütte trat, konnte ich den Ausblick auf den gegenüberliegenden Gletscher  geniessen. Die ersten Sonnenstrahlen färbten den Gletscher leicht rot. Ein super  Anblick! Zum Rifugio führt ein Schotterweg, welchen ich nun hinunterbretterte.  Es hatte noch keine 10 Grad und war noch ziemlich kalt. Als ich 400 HM später  auf eine schmale Strasse einbog, merkte ich hinten so ein weiches Gefühl.  Mensch, schon wieder ein Plattfuß Nun musste mein zweiter und letzter  Ersatzschlauch dran glauben. Die nächsten 8 km bis zum Tunneleingang des Mont  Blanc Tunnels konnte ich auf der schmalen Teerstraße gemütlich bergab rollen.  Eigentlich wollte ich jetzt gleich den nächsten Anstige in Richtung Col de la  Seigne in Angriff nehmen. Da ich aber meine beiden Ersatzschäuche verbraucht  hatte entscholss ich mich dazu nach Courmayeuer zu fahren um Ersatz zu kaufen. Der Kontrast von zur einsamen Bergwelt ist hier sofort zu spüren. Der Mont Blanc Tunnel spuckt unaufhörlich eine stinkende Autoschlange aus, die sich in Richtung Süden schlängelt. In Courmayeur ist einiges los. Viele Touris, die in den Geschäften etwas Sightseeing machen. Nach kurzer Suche habe ich ein Radgeschäft gefunden und 3 neue Schläuche gekauft. ...glücklicherweise werde ich auf dieser Tour keinen weiteren Ersatzschlauch mehr brauchen. Es ist noch recht früh am Morgen und ich radle wieder nordwärts aus dem Ort hinaus. Am Ortsende wechsle ich die Talseite und folge einer kleinen Strasse welche sich in Richtung Rifugio Elisabetta. Es sind viele Autos mit Wanderern unterwegs. Glücklicherweise ist nach einigen Kilometern Schluss mit dem Verkehr. Am Rand der Strasse quetscht sich hier ein Auto neben den anderen in die kaum vorhandenen Parkbuchten. Es folgt nun ein breiter Schotterweg. Es ist ein wunderschönes Hochtal mit kleinen Seen links und rechts des Weges. In der Ferne ist schon das Riffugio Elisabetta zu sehen. Jedoch sah ich auch, dass ich vorher noch einige steile Kehren meistern musste. Aber die 200 hm waren schnell geschafft, das Essen im Rifugio lockte mich schon.

Auf der Terasse genoss ich den herlichen Ausblick und den Blick zurück in das wunderschöne Hochtal.

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 Ich war gut im Zeitplan. Es war erst 11:45 Uhr. Aber ich entschloss mich trotzdem vor dem Ansiteg zum Col de la Seigne mit einer Polenta zu stärken. Übrigens, wer die Preise aus den deutschen Alpen oder den Dolomitten gewöhnt ist, muss sich hier etwas umstellen. Ich hoffte, dass die Preise in Frankreich etwas moderater sind als in der Schweiz. Aber leider war dies nicht so.

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Nach dem Essen nahm ich die letzten 350 Höhenmeter in Richtung Col de la Seigne in Angriff. Anfangs musste ich das Bike schieben, aber dann lassen sich ab und an wieder ein paar Meter fahren, aber den größten Teil muss man schiebend bis zur Passhöhe zurücklegen. Aber da es nur noch wenige Höhenmeter waren hatte ich da keine Probleme damit. Die Landschaft rings um mich war einfach nur traumhaft.
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Die Abfahrt vom Col de la Seigne ist super genial. Es ist ein  schöner Trail, welcher sich über Bergrücken windet und immer wieder phantastische Blicke ins Tal zulässt.

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Bis auf wenige Stücke ist die Abfahrt für einen technisch versierten Fahrer gut fahrbar. Für mich ist es ein einziger Genuss bis zum Refuge des Mottets.

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Ab hier folgte ich der schmalen Fahrstraße talabwärts.

Kurz vor Bourg Saint Maurice überlegte ich, ob ich die die im Internet beschriebene Route rechts am Berghang entlang in Richtung Les Echines / Les Chapelles nehmen sollte. Aber ich dachte mir, dass ich in Bourg wohl eher ein Zimmer bekommen würde. Also lies ich es auf der Strasse weiter bergab rollen. Bourg Saint Maurcie ist eine sehr laute Stadt und hat so gar nichts mit der gerade erlebten Faszination des Hochgebirges zu tun. Leider war im Ort kein freies Zimmer zu finden. Aber die Tourist Info vermittelte mir ein Zimmer in Seez, welches dann auch mein Etappenziel für heute war.

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